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Wie sicher sind Aufzüge wirklich? Ein Blick auf die aktuellen TÜV-Zahlen 2025 und neue Herausforderungen

  • vor 1 Tag
  • 2 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 13 Stunden

Aufzüge gehören zu den sichersten Verkehrsmitteln überhaupt. Und trotzdem zeigen die jährlich veröffentlichten Zahlen des TÜV-Verbands: Ein erheblicher Teil der Anlagen weist Mängel auf. Das klingt im ersten Moment dramatisch – ist es aber nur bedingt.


Die aktuellen Zahlen – richtig eingeordnet

Die jüngsten Auswertungen zeigen ein uns seit Jahren bekanntes Bild:

  • Rund ein Drittel der Aufzugsanlagen weist Mängel auf

  • Der Anteil gefährlicher Mängel liegt weiterhin im niedrigen einstelligen Prozentbereich

  • Die Mehrheit der Anlagen ist entweder mängelfrei oder weist nur geringe Mängel auf

    Das Entscheidende dabei „Mangel“ ist nicht gleich „unsicher“


Was wirklich kritisch ist und was nicht

Aus meiner Sicht wird in der öffentlichen Wahrnehmung oft nicht sauber unterschieden zwischen:

  • sicherheitsrelevanten Mängeln (z. B. Notrufsysteme, Bremsen, Sicherheitsbauteile)

  • und formalen bzw. organisatorischen Abweichungen (z.B. Vorschriften nicht vollständig eingehalten oder dokumentiert, fehlende Prüfbücher, etc.)

Gerade letztere machen einen erheblichen Teil der Statistik aus.


Das führt schnell zu einer verzerrten Wahrnehmung: Eine fehlende Beurteilung der Cybersicherheit ist in vielen Fällen kein gefährlicher Aufzug, aber eine gute Einnahmequelle für die Aufzugsbranche.


Warum die Mängelquote konstant bleibt

Trotz technischer Fortschritte bleibt die Mängelquote relativ stabil. Gründe dafür sind:

  • Ein großer Bestand an älteren Anlagen

  • Unterschiedliche Wartungsqualitäten

  • Neue Prüfanforderungen (wie Cybersicherheit), die zusätzliche „Mängel“ erzeugen


Gerade der letzte Punkt ist entscheidend: Die Statistik wächst auch durch neue Bewertungskriterien, nicht nur durch schlechtere Technik.


Was Betreiber jetzt beachten sollten

Aus praktischer Sicht ergeben sich drei klare Handlungsfelder:


  1. Klassische Sicherheit nicht vernachlässigen

    Entscheidend bleibt der Verschleißzustand und eine Wartungsqualität. Hier entstehen die schwerwiegenden Mängel. Instandhaltungs- und Reparaturangebote sind aber stets sorgfältig zu prüfen.


  2. Cybersicherheit pragmatisch angehen

    • Risiko bewerten lassen (Sie kommen nicht darum herum)

    • Anschließend die Dokumentation zur nächsten Prüfung hinzufügen.


  3. Prüfberichte richtig lesen und bewerten

    Oftmals sind Reparaturen nach Prüfmängeln teuer aber im Vorfeld eigentlich vermeidbar. Es sollte stets eine "Übersetzung" zwischen einem festgestellten Mangel und dem anschließenden Angebot der Wartungsfirma stattfinden.



 
 
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